Erfahrungsbericht zum Honor 6

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Hallo liebe Mitleser, nachstehend möchte ich Euch gerne über meine Erfahrungen mit einem Honor 6 nach insgesamt 3 wöchiger Nutzungszeit berichten. Ich gehe hierbei bewusst nicht detailliert auf die technischen Spezifikationen des Geräts ein, diese können unter: Technische Daten – Honor 6 nachgelesen werden. Auch verzichte ich auf die Wiedergabe diverser Benchmark-Ergebnisse, weil ich der Meinung bin, dass es sich hierbei in der Regel erst mal nur um sehr theoretische Zahlen handelt, die den Normalanwender zwar mehr oder weniger beindrucken können aber nicht unbedingt sonderlich aussagekräftig sind, was die Alltagstauglichkeit eines Gerätes betrifft. Aus meiner Sicht zählt hier viel mehr das tatsächliche Empfinden im täglichen Praxisbetrieb, also der Einsatz unter realen Bedingungen. Und genau darüber möchte ich hier berichten, über meine ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücke, die ich während des Testzeitraumes machen bzw. sammeln konnte. Diese sind keineswegs verbindlich und müssen sich auch nicht mit den Erfahrungen anderer User decken.

Meine Smartphone-Nutzung an einem durchschnittlichen Arbeitstag sieht dabei, wie folgt, aus:
Um 05:45 Uhr aufstehen und dann bei einer Tasse Frühstückskaffe über W-LAN die Mails checken und einen ersten Überblick über die Nachrichten der Nacht und des Morgens verschaffen. Anschließend, bevor ich das Haus verlasse, wird mein Smartphone mit meinem Bluetooth-Headset, zur Zeit das „Jabra Stealth“, verbunden und eine 30 Minuten andauernde Autofahrt angetreten. Dabei führe ich in der Regel 2 – 3 Telefonate mit insgesamt ca. 15 Minuten Gesprächszeit. Tagsüber werden dann zahlreiche WhatsApp-Informationen, einige SMS (ja auch die gibt es bei mir noch) und die neusten Facebook-Nachrichten ausgetauscht. W-LAN und Bluetooth sind permanent eingeschaltet und 3 E-Mail-Konten werden stündlich automatisch und ab und an zuzusätzlich auch manuell synchronisiert. In dieser Zeit werden außerdem ca. 8 – 10 weitere Telefonate von durchschnittlicher Dauer geführt, ein bis zwei kürzere YouTube-Videos konsumiert, ca. 5 Fotos gemacht und regelmäßig der Newsreader, in meinem Falle „Feedly“ gecheckt. Am Abend, so gegen 21:00 Uhr, endet mein Tag im Idealfall, zu dieser Zeit stöbere ich dann meistens noch kurz im Internet, bevor ich das Gerät dann bis zum Schlafen gehen an das Ladekabel hänge. Direkt vorm Schlafen gehen ist das Gerät dann in der Regel vollständig geladen und wird vom Netz genommen, um die Nacht im Standby-Betrieb und somit in Bereitschaft zu verbringen. Dabei ist mein Smartphone während der gesamten Nutzungszeit über Bluetooth mit einer Smartwatch, aktuell ist es die MOTO 360, verbunden. Bei diesem Nutzungsszenario habe ich, bei der Verwendung des Honor 6, vor dem Anschluss an das Ladegerät in der Regel noch ca. 5 – 10 % Rest-Akku verzeichnen können. Eine respektable Leistung, wie ich finde, die ich mit vielen anderen Geräten, die ich bisher in Verwendung hatte, nicht erreichen konnte. Die Helligkeit war dabei stets bei etwa 60 % der Skala und auf Automatik-Modus eingestellt.

Geräteanmutung / Haptik:
Das Honor 6 kommt in relativ schlichtem und unauffälligem Design daher, was mir persönlich sehr zusagt. Vom Display abgesehen, ist das Gerät zwar vollständig aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber keineswegs billig. Eher das Gegenteil ist hier der Fall und ich würde es von der Anmutung eher den wertigeren Geräten zuordnen. Verstärkt wird der gute optische Gesamteindruck noch durch einen umlaufenden Streifen in Alu-Optik, der das Gerät, mit Ausnahme der Unterseite, komplett umläuft. Bei flüchtigem Hinsehen wurde es aus der Entfernung mehrfach mit einem iPhone 4 verwechselt.
Durch die Größe und mit einem Gewicht von 130 Gramm liegt es noch gut in der Hand und alle Tasten, diese befinden sich komplett auf der rechten Geräteseite, sind gut erreichbar. Da die Tasten mit einer Oberflächenstruktur versehen sind, lassen sich diese auch sehr gut ertasten und bedienen.
Die Einschübe für SIM- und Micro-SD-Karte sind gut versteckt, unter einem sich öffnen lassenden Bereich des umlaufenden Alu-Look-Streifens, untergebracht, der mit etwas Fingernagelarbeit auch einigermaßen zugänglich ist und die Karten im geschlossen Zustand sehr gut tarnt und somit praktisch unsichtbar macht.
An der Verarbeitung insgesamt gibt es aus meiner Sicht nichts auszusetzen. Das Gerät ist sauber, ohne Spaltmaße und hochwertig verarbeitet. Hier könnte man sich, wenn überhaupt, maximal an der Materialwahl als solche stören. Am besten, wenn man sich diesbezüglich selbst ein Bild vor Ort, beim Händler seines Vertrauens, macht. Das Design und die Verarbeitung sind auf jeden Fall TOP und die Materialwahl erscheint, zumindest aus meiner Sicht, durch das doch sehr moderate Preis-Leistungs-Verhältnis auch durchaus gerechtfertigt zu sein. Obwohl hier gerade auch Huawei am Beispiel eines Ascent Mate 7 beweist, dass es auch in günstigeren Geräteklassen nicht zwingend ein Kunststoff-Gehäuse sein muss.

Display:
Das 5-Zoll-Display ist mit Gorilla Glass 3 versehen und bietet mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln ein stets ausreichend scharfes Bild. Auch wenn es mit einigen aktuellen Displayauflösungen damit nicht ganz mithalten kann, hatte ich doch zu keiner Zeit das Gefühl, hier im täglichen Gebrauch mehr Auflösung zu benötigen. Ich sehe die verwendete Auflösung dabei sogar eher als Vorteil, da diese letztlich wohl der Akkuleistung und der Geschwindigkeit zu Gute kommen dürfte. An den Farben und an der Blickwinkelstabilität gibt es aus meiner Sicht nichts auszusetzen, besonders gefallen hat mir die relativ hohe Helligkeit, die man mit dem Display erreichen kann. So konnte ich auch unter hellen Außenlichtbedingungen das Display stets vergleichsweise gut ablesen. Hier habe ich mit anderen Geräten leider sehr oft schon viel schlechter Erfahrungen machen müssen.

Leistung:
Wie bereits angekündigt, werde ich hier keine Benchmark-Zahlen zum Besten geben. Es handelt sich hierbei um einen Erfahrungsbericht im normalen täglichen Einsatz und hier hatte ich wirklich zu keiner Zeit das Gefühl, mehr Leistung, als von dem verbauten hauseigenen 8-Kern-Prozessor bereitgestellt, einfordern zu müssen. Ganz selten vielleicht mal ein kleiner Mini-Ruckler aber auch hier bin ich, teilweise selbst von leistungsstärkeren Geräten, zum Teil schlechtere Performance gewohnt. Alle Anwendungen öffnen für ein Gerät dieser Preisklasse ausreichend schnell und auch bei mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen konnte ich keine Leistungseinbusen feststellen. Surfen im Internet klappt ohne nennswerte Verzögerungen beim Seitenaufbau und auch aktuelle Spiele, ich muss aber gestehen, dass ich kein Zocker bin, scheinen ohne größere Probleme und Ruckler zu laufen. Testweise habe ich hier einmal „Real Racing 3“ angespielt, was sehr flüssig und ohne Probleme lief.

Benutzeroberfläche:
Honor greift beim Honor 6 auf seine eigene Benutzeroberfläche, die Emotion-UI, zurück. Leider handelt es sich hierbei noch nicht um die Version 3.0, wie sie etwa beim Ascend Mate 7 zum Einsatz kommt, denn diese lässt eigentlich kaum noch Wünsche offen. Aber auch in der installierten Version lässt es sich bereits gut damit arbeiten, wenn man sich erst einmal mit ihr angefreundet hat. Ich habe früher bei all meinen Geräten stets als erstes den Launcher durch einen der zahlreich im Play-Store vorzufindenden Launcher ersetzt, um hier ein flüssigeres Gesamtbild zu erhalten. In letzter Zeit tendiere ich jedoch dazu, den jeweils vorinstallierten Standard-Launcher beizubehalten, da hier in der Regel noch diverse Funktionen des Herstellers integriert sind und bei den heutigen Prozessorgenerationen, auch diese meist ausreichend flüssig laufen. So ist es auch beim Honor 6 der Fall. Zwar mag es nicht jedermanns Geschmack sein, dass sämtliche Anwendungen direkt auf dem Desktop und nicht in einem separaten Programmverzeichnis abgelegt werden, doch ist dies reine Gewohnheitssache und zum Beispiel beim Iphone ja schon seit der ersten Geräte-Generation offensichtlich kein Hindernis. Und alle, die hier anderer Meinung sind, können ja noch immer zur Genüge auf entsprechende Alternativen im PlayStore zurückgreifen.

Besonders gefallen haben mir beim Honor 6, wie auch schon beim Ascend Mate 7, auf jeden Fall das, in meinen Augen bisher einmalige, Energie-, Leistungs- und Datenverbrauchs-Management. Dies habe ich so zuvor noch bei keinem anderen Hersteller gesehen. So kann man für jede Anwendung separat einstellen, ob sie bei ausgeschaltetem Display weiterhin aktiv sein soll oder nicht. Ebenso lässt sich für jede Anwendung separat festlegen, ob Daten z.B. nur über W-LAN oder nur über das Mobilnetz, bzw. auch beide, ausgetauscht werden dürfen. Auch werden diverse Optimierungsvorschläge zur Energieeinsparung angeboten und es wird sehr detailliert aufgezeigt, welche Anwendungen in welchem Maße am Verbrauch beteiligt sind. Über einen Energieplan kann man außerdem zwischen einem leistungsoptimierten, einem intelligenten und einem Ultra-Spar-Modus wählen und so, je nach erforderlicher Situation, unterschiedliche Gerätelaufzeiten generieren. Darüber hinaus ist auch ein sog. Belästigungsfilter, mittels welchem bestimmte Anrufer bereits Herstellerseitig herausgefiltert werden können, bereits integriert. Diese zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten haben mir wirklich prima gefallen und sollten bei allen Herstellern so eigentlich Standard sein. Vielleicht habe ich diese tollen Features bei meinen bisherigen Geräten aber auch einfach nur übersehen.

Kameras:
Als Kameras kommen eine rückseitige Kamera mit 13 Megapixel und Dual-LED-Blitz sowie Frontkamera mit 5 Megapixel zum Einsatz. Die Qualität der mit der rückseitigen Kamera getätigten Aufnahmen hat mir dabei sehr gut gefallen und bewegt sich, meiner Meinung nach, sogar eher im oberen Bereich. Die Aufnahmen wirkten bei ausreichendem Tageslicht natürlich und angenehm scharf und auch in dunkleren Situationen waren die Aufnahmen durchaus noch brauchbar. Insgesamt gesehen, halte ich die Kamera für durchaus Schnappschuss tauglich im täglichen Gebrauch und auch die Familienfotos an den Wochenendausflügen haben insgesamt überzeugt. Ebenso sind Video-Aufnahmen, diese können in Full-HD aufgezeichnet werden, in guter bis sehr guter Qualität möglich. Die Frontkamera löst mit ihren 5 Megapixeln ebenfalls recht hoch auf und ist für die ihr zugedachten Aufgaben, wie Selfies und Videochats, absolut ausreichend. Diverse Einstellungsmöglichkeiten erlauben darüber hinaus natürlich noch, mehr oder weniger erfolgreich, entsprechend Einfluss zu nehmen. Als interessantes Features sei hier noch erwähnt, dass es beim Honor 6 die Möglichkeit gibt, die Kamera direkt aus dem Bereitschafts-Betrieb (per Doppelklick über die Taste zum Leiser stellen), ohne das Gerät zuvor einschalten und Entsperren zu müssen, aktiviert werden kann. Da bei aktivieren der Kamera auf diesem Wege aber sogleich auch der Auslöser mit getätigt wird, ist diese Variante der Aufnahme jedoch nur eingeschränkt praxistauglich, da somit ein vorheriges fixieren des abzulichtenden Ereignisses über das Display dann nicht mehr möglich ist. Für den schnellen Schnappschuss aber eine durchaus interessante Alternative.

Akkustik:
Meine Gesprächspartner konnten mich zu jeder Zeit gut verstehen auch auf meiner Seite gab es keinerlei Verständnisprobleme, so dass es hier nichts auszusetzen gab. Die Lautstärke ist ausreichend und lässt sich über die mit strukturierter Oberfläche versehenen Laut-/Leisetasten auch während des Telefonates gut justieren. Auch die Freisprechfunktion bietet ausreichend gute Qualität und Lautstärke. Der integrierte Lautsprecher ist für Videoclips und Sprachaufnahmen, die in guter Qualität mit dem eingebauten Micro möglich sind, durchaus ausreichend. Für längeren Musikgenuss sollte jedoch lieber auf entsprechende Kopfhörer, ein In-Ear-Set ist Bestandteil, zurückgegriffen werden.

Akku:
Der Akku ist mit einer Größe von 3.100 mAh benannt, was eine recht ordentliche Kapazität für diese Gerätegröße darstellt und das Honor 6 auch sehr gut über den Tag bringt, ohne sich allzu sehr einschränken zu müssen. Ich für meinen Teil jedenfalls musste während des gesamten 3-wöchigen Testzeitraumes nicht ein einziges Mal den Akku unter Tags nachladen und hatte am Ende des Tages, wie bereits zu Beginn erwähnt, in der Regel noch ca. 5 – 10 % Restkapazität. Da habe ich mit anderen Geräten schon viel schlechtere Erfahrungen machen müssen. Schade finde ich aber, dass auch beim Honor 6 der Akku fest verbaut ist. Zwar habe ich, um ehrlich zu sein, auch bei meinen Geräten mit wechselbarem Akku bisher noch nie einen Akku auch tatsächlich tauschen müssen (was vermutlich aber auch an meinen relativ kurzen Nutzungszyklen liegt,) doch ist es einfach irgendwie beruhigend, zu wissen, wenn man ein Gerät sein eigen nennen kann, welches diese Option zumindest bietet.

Fazit:
Nach dem das Honor 6 über 3 Wochen mein täglicher Begleiter war, kann ich für mich persönlich das Fazit ziehen, dass es sich hierbei in jeder Hinsicht um ein absolut alltags- und praxistaugliches Gerät handelt. Verarbeitung, Geschwindigkeit, Kameras, Akkustik und Akkulaufzeit sind für diese Preisklasse absolut überzeugend und geben kaum Anlass zur Kritik. Wer also ein preisgünstiges Alltagsgerät sucht, kann hier, zumindest aus meiner Sicht, nicht viel falsch machen.

1 Reaktion

  1. Sebastian Sebastian sagt:

    Schicke Bilder 🙂

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