Auch, wenn One Plus vor kurzem den offiziellen Nachfolger zum OnePlus 5 – das OnePlus 5T – auf die Reise schickte, lohnt sich doch gerade wegen der eher marginalen Unterschiede ein Blick zurück zum Vorgänger. Während sich Samsung, Apple & Co. mit immer neuen Höchstpreisen überbieten, gibt es bereits für rund das halbe Geld hochwertige Smartphones auf dem Markt. Wir haben zwei Geräte für Euch herausgesucht, von denen wir denken, dass sie es auch mit den großen Marken aufnehmen können, ohne dabei Euren Geldbeutel zu belasten.

Es treten an: Das Honor 9 und das OnePlus 5 in der Preisklasse von 429 (UVP) beziehungsweise 499 Euro. Eines können wir bei diesen Preisen vorab verraten: In Sachen Preis-Leistung kann selbst das OnePlus 5 dem Honor 9 nicht das Wasser reichen. Aber wie schlägt sich das Honor-Gerät sonst so gegen die Konkurrenz aus der Riege der „Flaggschiff-Killer“? Wir haben es für Euch herausgefunden.

Design

Klar, Design ist immer eine Sache des Geschmacks. Gerade auf der Vorderseite eines Smartphones ist es schwierig, echte Akzente zu setzen und viele Geräte haben diesen „iPhone-Touch“. Das Honor 9 und das OnePlus 5 bilden hier zumindest auf den ersten Blick keine echte Ausnahme.

Anders ist es aber, wenn man etwas genauer hinsieht: Für Fans matter Alu-Rücken dürfte das OnePlus 5 ein echter Hingucker sein. Allerdings empfiehlt es sich sein Gerät mit einer Hülle zu schützen – das mochte ich damals beim OnePlus One sehr, das mit der Sandstein-Rückseite zu begeistern wußte. Zu schnell entstehen sonst eben Kratzer, die nicht nur unschön aussehen, sondern sich noch auf einen potentiellen Wiederverkaufswert auswirken. Ganz nebenbei lässt sich damit auch das „Wackel-Problem“ durch die hervorstehende Kamera lösen und man kann alles wunderbar angleichen.

Honor setzt beim Honor 9 dagegen auf Glas, abgerundete Ecken und Kanten, sowie optisch auffallende Reflexionen. Diejenigen, die eher auf schlichtes, unauffälliges Design stehen, müssen sich hier vielleicht erstmal daran gewöhnen. Alle anderen dürften es mindestens als tollen Hingucker bewerten. Der Nachteil ist vielleicht, dass man gerne mal Fingerabdrücke zu sehen bekommt. Die Kamera ist komplett in das Gehäuse eingelassen, wodurch es eine komplett ebene Rückseite hat, die man nicht durch eine Hülle kompensieren muss.

Noch etwas bietet das Honor 9, was längst nicht jedes Smartphone als Standard aufzuweisen hat: Zwei Slots für entweder zwei SIM-Karten oder aber eine SIM plus eine MicroSD-Karte. Weder das Honor 9 noch das OnePlus sind leider IP-zertifiziert. Das bedeutet: Es ist kein Spritzwasserschutz mit an Bord: Es empfiehlt sich also, beim OnePlus so oder so zusätzlich in eine Hülle zu investieren – beim Honor 9 ist sie schon im Paket mit dabei und schützt damit zumindest rudimentär.

Honor 9 vs. OnePlus 5 (3)

Display

Während das Honor 9 ein 5,15 Zoll großes LC-Display verbaut hat, spendiert OnePlus seinem Gerät ein 5,5-Zoll-AMOLED. Beide Bildschirme lösen in Full HD auf. Für Hardcore-Fans der virtuellen Realität, die hierfür auch gerne ihr Telefon verwenden, ist dies eventuell nicht ausreichend – alle anderen hingegen kommen aber voll auf ihre Kosten.

Auch wenn es wohl einige OnePlus-Geräte mit einem Fehler, dem sogenannten „Jelly Scrolling“ gibt – beide Displays können sich sehen lassen. Beim OnePlus entsteht der genannte Fehler übrigens durch das verkehrt herum eingebaute Display, dessen angezeigte Inhalte erst durch die Software gedreht werden müssen. Eben dieser Effekt ist recht gut sichtbar und sorgte im Lager der OnePlus-Anhänger nicht gerade für Jubelstürme.

Einen kleinen Vorteil hat das Honor 9 aber auch: Die Farbtemperatur lässt sich frei bestimmen, selbst auf minimaler Helligkeitsstufe ist das Display wirklich überragend. Zudem wird im „Augen schonen“-Modus das blaue Licht herausgefiltert: Nachteulen, die gerne lesen, weiß ein solches Feature sehr zu schätzen.

Audio

Beide Geräte – das Honor 9 und das OnePlus 5 – bieten einen Mono-Lautsprecher an. Möchte man also mit seinem Smartphone die Party rocken, wäre ein Bluetooth-Lautsprecher sinnvoll. Der Sound ist dennoch bei beiden Geräten laut und klar – gleiches gilt auch für die Sprachqualität beim Telefonieren. Das Honor 9 kommt zudem mit der Huawei „Histen“-Technologie, die bei Anschluss von Kopfhörern für ein Gala reifes Sound-Erlebnis sorgen soll.

Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, die mittlerweile keinen eigenen Audioausgang mehr anbieten, haben das Honor 9 und das OnePlus 5 einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Dem Hörgenuss mittels Kabel-Kopfhörer steht also auch über diesen Anschluss nichts im Wege.

Performance

Im Alltag schlagen sich beide Geräte gleichermaßen sehr gut. Sowohl die Speicher- und Rechenperformance von Honor 9 und OnePlus 5 sind super, gleiches gilt auch für die WLAN- und LTE-Leistung. Im OnePlus 5 schlägt ein Snapdragon 835, im Honor 9 der Kirin 960 Octa-Core-Prozessor. Beide SoCs – also die Chipsysteme, das Herz des Smartphones – bringen eine top Leistung. Auch in Sachen Gaming, Multitasking und eigentlich in allem, was das Herz begehrt, gibt es keinerlei Beanstandungen.

Kamera

Wenn es eine Funktion in einem Smartphone gibt, die Mann und Frau außer der Telefonfunktion natürlich braucht, dann sind es wohl die eingebauten Kameras, die oft Alleinstellungsmerkmal oder Deal-Killer sind.

Bei Tageslicht liefern sowohl das OnePlus 5 als auch das Honor 9 detailreiche Aufnahmen mit korrektem Weißabgleich. Mit den Standardeinstellungen sehen die Bilder des OnePlus 5 farbkräftiger aus. In der Nachbearbeitung lassen sich die Bilder aber entsprechend ausbessern. Einige Detailaufnahmen weisen aber Probleme auf. Auf einigen Vergleichsbildern kann man sehen, dass das OnePlus 5 Schwierigkeiten bei der Darstellung einiger Feinheiten hatte. Die Blätter von Bäumen verschwammen beispielsweise in diesem Fall und es sah ein wenig so aus, als hätte man ein Aquarellbild vor sich. Die Qualität reicht sicherlich für Facebook, Instagram & Co. – für einen digitalen Druck aber ist ein solches Bild nicht zu empfehlen, wobei man hier auch die sprichwörtliche Kirche im Dorf lassen muss, reden wir doch immer noch von klassischer Smartphone-Fotografie.

Honor 9 vs. OnePlus 5 (2)

Für diejenigen, die gerne Fotos im DSLR-Stil aufnehmen möchten, bieten beide Geräte einen Porträt- und Bokeh-Modus. Falls Euch der trendige Begriff „Bokeh“ nichts sagt: Mit diesem Effekt wird der anfokussierte Vordergrund eines Bildes scharf gestellt und der Hintergrund verschwimmt. Beim OnePlus ist diese Funktion allerdings nicht optimal umgesetzt, beispielsweise lässt sich hier nicht die Stärke des Effekts verändern. Beim Honor 9 kann man hingegen sowohl eine virtuelle Blende bis f/0,95 festlegen als auch den Fokus selbst bestimmen – und im Nachhinein sogar noch anpassen. Außerdem ist beim Honor 9 der Unschärfe-Effekt glaubwürdiger imitiert, aber auch diese Sicht liegt immer im Auge des Betrachters.

Beide Telefone haben außerdem High-Dynamic-Range (HDR) an Bord. Das OnePlus 5 kann hier mit einer sehr ausgewogenen Belichtung und auch lebhaften Farben punkten. Leider haben beide Kameras keinen optischen Bildstabilisator verbaut – das merkt man vor allem dann, wenn einem die ruhige Hand fehlt oder man sich über eben nicht so ruhige Strassen bewegt. Für Fotografie jenseits der Schotterpiste & Co. eignen sich aber beide Geräte generell noch gut.

Auch bei mäßigem Licht können beide Knipsen durchaus überzeugen: Es gibt ein vergleichsweises geringes Bildrauschen, wobei allerdings die Details etwas verloren gehen. Allerdings gilt auch hier: Bildprofis haben hierfür sicherlich ein Auge, den allermeisten Menschen fallen solche Details eher nicht auf. Durch den Profi-Modus des beider Geräte können erprobte Fotografen Belichtungszeit und –Dauer selbst festlegen, womit bei mäßigem Licht mehr aus der Kamera geholt werden kann.

Fazit hier: Unentschieden – in der Kamera-Kategorie gibt es keinen klaren Gewinner. Es kommt stark auf den persönlichen Geschmack, die eigenen Fähigkeiten und die am häufigsten fotografierten Motive an.

Akku

Beide Akkus – die des Honor 9 und des OnePlus 5 – haben eine ähnliche Größe. Das Honor 9 hat eine 3200-mAh-und das OnePlus 5 eine 3300-mAh-Batterie. Im täglichen Gebrauch schlagen sich demnach auch beide Telefone ähnlich gut. Man kommt auch bei einer mittleren bis starken Belastung – also mit Streaming, Telefonie und E-Mails – gut über den kompletten und berühmten Tag.

Wer aber dennoch sein Telefon auch zwischendurch volltanken möchte, kann das bei beiden Telefonen vergleichsweise schnell tun. Das Honor 9 bietet mit Quick Charge eine Schnellladetechnologie, die mit 9V/2A die Batterie in etwa 120 Minuten voll auflädt. Das OnePlus 5 setzt hingegen auf den Dash Charge-Standard und schafft einen kompletten Ladevorgang mit 5V/2A in schnellen 80 Minuten.

Sonstiges und Preis

Das OnePlus 5 war für 499 Euro zu haben, der Nachfolger OnePlus 5T startet beim selben Preis. Das Honor 9 gibt es bereits ab 429 Euro. Es ist damit 70 Euro günstiger und vom Preis-Leistungs-Verhältnis eher der Gewinner. So viel Leistung und Funktionen für einen solchen Preis bietet aus unserer Sicht sonst kein anderer Hersteller und auch, wenn wir natürlich ein wenig befangen sind, punktet das Honor 9 hier ordentlich.

Mit dem OnePlus 5T werden indes die Karten neu gemischt, OnePlus möchte hier die Kamera ein wenig verbessert haben und auch das Display erstrahlt jetzt im trendigen 18:9-Formfaktor. Schaut Euch daher ruhig einmal beide Geräte an!

Fazit

Beide Geräte bieten einen ansprechenden Funktionsumfang und eine Akku-Performance, die ihre Nutzer sicher durch den sprichwörtlichen Tag bringen. Dank Schnellladefunktion lassen sich beide Telefone schnell wieder auftanken und beide Kameras sind in der Preisklasse spitze. In Sachen Preis-/Leistung ist das Honor 9 allerdings unschlagbar. Wenn Ihr also ein Mensch seid, der für sein Geld die beste Leistung erwartet, dann trefft Ihr mit dem Honor 9 sicherlich die richtige Wahl. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Das Honor 9 wird ab Donnerstag 18 Uhr zum Honor Black Friday zu einem unschlagbaren Preis angeboten. Es lohnt sich also definitiv, einmal im hihonor-Store vorbei zu schauen!

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Über den Autor

Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Immer auf der Flucht. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant.

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